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Arthurs Schwimmer: VW 166 Bj. 1943

Mein Schwimmwagen

Schon im Alter von 8 Jahren hat ein Schwimmwagen, der auf der Insel im Faakersee gelandet war, meine Aufmerksamkeit erregt. In den späten 1960er Jahren gab es im Freundes-kreis schon Kübelwagen und einen Schwimmwagen.

So etwas war unser Ziel.

Durch einen Hinweis aus der Nachbarschaft konnte ich dann zusammen mit meinem Bruder einem Tierarzt in Gaming dessen Schwimmwagen abkaufen. 8.000 Schilling war damals viel Geld.


Der Freude folgte bald die Ernüchterung

Der Wagen war zwar „fahrbereit“, zu den sichtbaren Mängeln, wie etwa herausgeschnittene Türen, hat sich aber noch allerhand herausgestellt. Fehlende Zähne beim zweiten Gang, fehlende Stoßdämpfer, usw. Versteifungsbleche herausgetrennt, Löcher geschnitten, Ofenrohre eingeschweißt zur Verbesserung der Kühlung. Der Wagen war in katastrophalem Zustand.

Ein Spengler verweigerte. Ein Abstellplatz fand sich im ehem. Stall der Pferdetramway in Lainz. Der erste Blechstreifen, den ich einschweißen wollte, wand sich wie eine Riesenschlange, aber hämmern konnte ich nicht, wegen des Nachbarn, dessen Kuckucksuhr ich durch die Wand hören konnte.



Das würde wohl nie wieder ein Schwimmwagen werden!

1967 trafen wir im Urlaub zufällig auf das Schwimmwagentreffen in Zell am See. Dort fuhren an die dreißig Schwimmwagen und etliche Kübelwagen! Von da an hielten wir Kontakt mit der Szene. Mein Bruder hatte inzwischen einen Kübelwagen gefunden, und so ging der Schwimmer in mein Eigentum über.

Wo immer ich einen zerlegten Schwimmer sah, traten Fotoapparat, Packpapier, Bleistift und Maßband in Aktion, und ich zeichnete die fehlenden Blechteile und den Auspufftopf ab, kaufte fehlende Kleinteile. Damals konnte man noch auf dem Schrottplatz zum Kilopreis einen Tarnscheinwerfer und ggf. Drehstäbe kaufen! Über eine auf einer Decke liegende Eisentraverse klopfte ich in der Küche meine Versteifungsbleche.

Irgendwie kam ich zu einem Autospengler in der Pragerstraße, der frisch angefangen hatte. Über die Weihnachtsferien wurde die grundlegende Blecharbeit getan. Die Wanne geradegerichtet, die zum Glück vorhandenen Türbleche eingesetzt. Abends werkte ich an den Blechen, bei Tag schweißten wir sie gemeinsam ein.

Dann mietete ich in Korneuburg einen Teil einer Halle. Der Vorderteil hing links noch nach unten. Die Wanne wurde mit Winkeln am Boden festgeschraubt, die hängende Stelle mit einem großen Wagenheber gehoben, die innere Höhe mit einem kleinen hydraulischen Heber angepaßt. Jetzt paßte das selbst angefertigte Frontblech mit der Nische für den Haken hinein.


Gut Ding braucht Weile

Um Zeit zu gewinnen – wie ich meinte – vertraute ich die restliche Feinarbeit einem Spengler an, der „vor nichts zurückschreckte“. Diese Eigenschaft war dann aber anders, als ich sie interpretiert hatte. Nachdem der Glasfaserkitt wieder heruntergeschliffen war, und wir gemeinsam die kleinen Beulen autogen eingezogen hatten, warf ich ihn hinaus und machte den Rest alleine. Nicht ohne ihm gelegentlich einen Fluch nachzusenden!

Aber der Reihe nach! Die verwendete Grundfarbe hatte inzwischen eine andere Rezeptur bekommen und löste sich unter der nächsten Schicht auf. Aber letztlich war alles fertig und beisammen, die Verkabelung komplett. Links vorne muß man genau auf die Reihenfolge der Einbauten aufpassen! Manche Teile kann man sehen und angreifen, aber nicht beides gleichzeitig! Zu dem sich abzeichnenden Termin der Fertigstellung kann man ruhig ein Jahr dazugeben.



Doch fertig!

2003 war der Schwimmer endlich fertig. Seither war ich jährlich auf dem Schwimm-wagen¬treffen zu Pfingsten, auf Hafenfesten der Freunde historischer Schiffe, sowie auf weiteren Veranstaltungen, etwa in Laxenburg. Bei „70 Jahre Wolfsburg“ durfte ich im Mittellandkanal bis vor das VW-Werk schwimmen! Zuletzt war er als Blickfang auf einer Modellbauausstellung in Neufeld/Leitha, in Gesellschaft eines Modells von Gerhard Schuster, FhS, das genau mein Fahrzeug darstellt!

Heute kann man viele Blechteile und Mechanik im Nachbau, auch in guter Qualität kaufen. Mehrere Restauratoren bieten ihre Leistungen an, und die restaurierten Fahrzeuge sind schöner, als sie die Fabrik 1942 bis 1944 verlassen haben! Das kostet zwar Geld, aber das Ergebnis ist ansprechend

Arthur

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