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Arthurs Kübel: VW 82 Bj. 1944

Schon früh sind Kübelwagen und Schwimmwagen in unser Bewußtsein getreten. In den späten 1960er Jahren gab es ein paar davon im Freundeskreis, mein Bruder hatte bereits einen Kübel.

Aber ich noch nicht!

Bei gelegentlichen Besuchen eines Laientheaters im 3. Bezirk fiel uns mehrmals ein silberner Kübelwagen beim Ahrenbergpark auf, der als eigentlich ganz schön beurteilt wurde. Ein zufällig entdecktes Zeitungsinserat bezog sich dann just auf dieses Fahrzeug, und man fuhr standesgemäß zur Besichtigung.

Es war aber schon ein Förster dort, der sich auch dafür interessierte, und 10.000 Schilling bot. Für mich war aber S 9.000 die Grenze, und so zogen wir wieder ab.

Ein paar Tage später rief jedoch der Eigentümer an, meinte, nach seinem Eindruck wäre der Kübel bei uns in besseren Händen, und er würde ihn uns um S 9.000 geben. Aber: seine Frau dürfe davon nichts wissen! Wenn wir kämen, würde er uns S 1.000 übergeben, und wir würden dann S 10.000 zahlen.

Gesagt getan. Der Kübel wurde gekauft.

Der Eindruck war, daß der Vorbesitzer das Studium abgeschlossen und geheiratet hatte, und daß seine Frau den Kübel für nicht mehr standesgemäß einschätzte.

Die Vorderkotflügel waren ziemlich verbeult, die Steckfenster bestanden aus Fensterglas, die silberne Farbe und das blaue Dach nahm man einstweilen hin. Sonst war er wirklich ziemlich gut. Es ist ein später 1944er, mit Einsparungen: keine (Stoß)Stangen mehr, kein Spatenhalter, das einfache Armaturenbrett, bei den Deckelscharnieren ist nur jedes zweite Gewinde vorhanden!


Die erste Fahrt ging zum Schifahren nach Mariazell. Auf der Rückfahrt brach einer der drei Ausrückhebel der Kupplung. Aber jahrelange Übung mit dem nicht synchronisierten Getriebe eines 1951er Käfers machten die Heimfahrt mit nur leichtem Zähneputzen möglich. Im Jänner 1971 stand das Bundesheer in Langenlebarn auf dem Programm. Eingerückt wurde mit dem Kübel, welcher in der Folge mehrmals beim Anschleppen batterieschwacher Fahrzeuge von Unteroffizieren und Ausbildern hilfreich war.

1972 habe ich mit dem halb restaurierten Kübel an einem Schwimmwagentreffen in Bayern teilgenommen. Dann wurde er regelmäßig für Treffen und Ausfahrten verwendet, in den 1990er Jahren aber etwas vernachlässigt. Da beschäftigte ich mich mit Polizei-Mannschaftswagen, Autobussen mit Personenanhänger, u.s.w.

Um 2000 wurde eine Restaurierung mit Ersatz der Bodenbleche begonnen, dann aber für den Schwimmwagen unterbrochen. So war der Kübel erst 2006 fertig. Erstmals nach 35 Jahren war da der Tacho funktionsfähig! So kann ich über die bis dahin zurückgelegten Kilometer nichts aussagen.

Die (somit zweite) Jungernfahrt fand in Südtirol statt. Pordoijoch - Sellapaß. Silfserjoch - Gàviapaß - Tonalepaß - Gampen (rund um den Ortler mit 11.200 Höhenmetern an einem Tag). Timmelsjoch.

2008 folgte eine Norwegen-Rundfahrt über 2000 km zwischen Oslo und Alesund mit einer Schwimmwagen- und Kübelwagenkolonne. Insgesamt (bis Ende 2009) schon 9000 km seit der Restaurierung.

Arthur

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